Hilfe bei Analphabetismus: Auch im fortgeschrittenen Alter ist Lesen lernen möglich
September 14, 2011 | In: Weiterbildung

In der Regel lernen Kinder etwa im Alter von sechs Jahren in der Grundschule Lesen und Schreiben. Kinder, die unter Lernschwächen leiden, werden im Idealfall intensiver gefördert, sodass jedes Kind nach dem Abschluss der Grundschule das Alphabet beherrscht und schreiben kann. Dazu bekommen die Kinder entsprechendes Lernmaterial, das auf ihr Alter und ihr Lernverhalten abgestimmt ist. Zunächst werden den Grundschulkindern die einzelnen Buchstaben vermittelt. Dabei lernen sie schon kurze Wörter mit wenigen Buchstaben zu lesen und zu schreiben. Nach dem Erlernen der Druckschrift wird den Schreibanfängern auch die Schreibschrift beigebracht. Durch Leseübungen und das Verfassen von eigenen Texten festigt sich der Umgang mit der Rechtschreibung, und die Handschrift wird immer ordentlicher.
Manche Menschen haben nie gelernt zu lesen und zu schreiben. Das kann verschiedene Gründe haben. In älteren Generationen war es teilweise noch nicht so üblich, Kinder in die Schule zu schicken. Bei anderen Menschen wurde nie festgestellt, dass sie unter einer Lese- und Rechtschreibschwäche leiden, und ohne die entsprechende Förderung war es ihnen unmöglich, Lesen und Schreiben zu erlernen. Bei zugewanderten Menschen, die schon ein gewisses Alter erreicht haben, kann es sich auch als problematisch erweisen, die Fremdsprache Deutsch so weit zu erlernen, dass auch eine korrekte Schreibweise erreicht wird.
Erwachsene Analphabeten sollten sich nicht für ihre Schwäche schämen. Es gibt viele Möglichkeiten zum Lesen lernen. In den meisten Städten werden in öffentlichen Bildungseinrichtungen für die Bürger auch kostenlose Schreibkurse angeboten. Wer sich nicht traut, sich in der Öffentlichkeit dem Problem zu stellen, kann sich auch ein Familienmitglied oder einen guten Freund zur Unterstützung holen. Dieser kann dem Schüler das Lesen und Schreiben beibringen. Außerdem gibt es auch Lernmaterialien für das Selbststudium zu Hause. Dabei handelt es sich um DVDs oder Videos mit gefilmten Unterrichtsstunden. Auch Lernprogramme für den Computer sind entwickelt worden. Bei einem Lernprogramm bekommt der Schüler Rückmeldungen über Fehler, die er gemacht hat. Aber weder Bücher, Computerprogramme noch Videos können einen echten Lehrer ersetzen, den man um Rat fragen kann, wenn man etwas nicht richtig verstanden hat.
Das erfolgreiche Lernen des Alphabets und die dadurch neu entwickelte Unabhängigkeit kann das Selbstbewusstsein eines Schülers erheblich aufbauen. Ist diese Hürde erst einmal geschafft, kann auch ein Schulabschluss nachgeholt werden, der ganz neue Berufschancen eröffnet. Dazu empfiehlt sich der Besuch einer Abendschule.
© Kruwt – Fotolia.com
