Ethnologie – das Studium für Kulturinteressierte

November 16, 2011 | In: Studium

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In früheren Jahrzehnten vor allen Dingen unter dem Namen „Völkerkunde“ bekannt, gehört die “Ethnologie” seit Ende des 19. Jahrhunderts zu den universitären Lehrfächern in Deutschland. Hierbei beschäftigen sich Ethnologen vor allen Dingen mit der Struktur und der Kultur von sehr verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen. Dabei spielen nicht nur die großen gesellschaftlichen Gruppen eine Rolle, sondern vor allen Dingen auch Minderheiten oder Teilgesellschaften. Konzentrierte man sich dabei zu Beginn dieses Forschungszweiges vor allen Dingen auf außereuropäische Völker und Gruppen, so gibt es heute keine Begrenzungen mehr. Mittlerweile stehen auch die Industriegesellschaften mit ihren einzelnen Teilbereichen und Gruppen im Fokus der Ethnologen.

Um in diesem Fachbereich arbeiten zu können, müssen potenzielle Ethnologen zunächst ein Ethnologie-Studium absolvieren, was in Deutschland beispielsweise an einer Vielzahl von Universitäten möglich ist. Als Zulassungsvoraussetzung wird für ein Studium der Ethnologie an allen Hochschulen die allgemeine oder die fachgebundene Hochschulreife (Abitur oder Fachabitur) verlangt. An einigen Universitäten müssen potenzielle Studenten zudem ein hochschulinternes Auswahlverfahren durchlaufen. Die Regelstudienzeit eines solchen Studiums liegt für einen Bachelor-Abschluss bei sechs Semestern, für einen Master-Abschluss bei acht bis neun Semestern. Die Studieninhalte und Studienschwerpunkte können sich im Detail von Universität zu Universität unterscheiden. An allen Universitäten gleich sind aber bestimmte Ausbildungsinhalte wie beispielsweise Feld-Archiv- und Objektforschung und grundlegende Fragen zu kultureller Identität, Differenz und Diversität. Dazu gehören unter anderem Fächer wie Sozial- und Wirtschaftsethnologie, empirische Sozialforschung, regionale Ethnologie, Statistik, qualitative Sozialforschung und ethnologische Methoden. Hinzu kommen Wahlpflichtfächer wie Feldforschung, Objekt- und Kulturidentität, angewandte Ethnologie, quantitative und qualitative Sozialforschung und natürlich außereuropäische Fremdsprachen. Neben dem theoretischen Wissen spielen zudem Praktika eine wichtige Rolle bei der universitären Ausbildung.

Wer sein Studium der Ethnologie erfolgreich absolviert hat, dem stehen im Anschluss mehrere Berufswege offen. So arbeiten Ethnologen nicht nur in der Forschung, sondern beispielsweise auch bei Organisationen und Verbänden, die Kulturaustausche organisieren. In Verlagen, Bibliotheken, Museen, Archiven und bei Reiseveranstaltern werden Ethnologen ebenso angestellt wie im Journalismus, in der PR-Branche oder in der öffentlichen Verwaltung, beispielsweise in Kulturämtern von Städten und Gemeinden.

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